So, ein anstrengendes Wochenende liegt hinter mir und ein langer Bericht vor euch. Kathy hat ja schon einen kurzen Bericht abgeliefert, aber mir brennt so viel unter den Nägeln, dass dieser hier wohl etwas ausarten wird. Aber ich zwinge ja niemanden zum lesen… Und jetzt lest! Los los los!
Wochenenden sollte ja eigentlich nicht anstrengend sein, aber manchmal sind sie es halt. Toll war es aber trotzdem. Ich war nämlich Samstag auf dem Vainstream Rockfest in Münster.
Aber erstmal von Anfang an. Wir waren schon 2006 auf dem allerersten Vainstream überhaupt. Damals haben Boysetsfire gespielt und es war nicht so toll organisiert. Naja, das kann ja beim ersten Festival durchaus passieren. Nach 3 mal Vainstream Abstinenz (die Band haben uns nicht zugesagt) wollten wir es dieses Mal dann wieder wagen. Karten wurden bestellt, als A Day To Remember, Hot Water Music und Alexisonfire bestätigt wurden und das Ganze noch dazu in Dortmund statt in Münster starten sollte. Und dann ging das Drama los. Von Dortmund nach Münster verschoben, immer mehr Bands bestätigt, dann Bands in Pre- und Aftershowpartys gepackt, weil ein Tag ja halt doch nur 24 Stunden hat usw. So richtig Lust hatte man schon gar nicht mehr. Aber wir haben uns Samstag auf den Weg gemacht und ich war glücklich (vorerst) denn: Es gab PINKE Festivalbändchen, yeah!! Alle Männer waren ein bisschen gefrustet, aber mir gefällt das natürlich.

Auf dem Festivalgelände hat es uns erstmal erschlagen. Von der gemütlichen Atmosphäre 2006 war kein bisschen mehr übrig. Der Platz war überfüllt mit Leuten. Ich bin da nicht zimperlich, aber wenn man selbst auf dem hintersten Platz des Geländes seinem Vordermann die Nase in den Rücken bohrt und kein Fuß mehr auf den Boden kriegt, dann ist das schon heftig. 8500 Leute waren da (es war ausverkauft) und ich glaube maximal 5000 hätten auch locker gereicht. Es gab 2 Bühnen, die direkt nebeneinander aufgebaut waren und einen straffen Zeitplan. Die ersten Bands waren schon fertig, als wir ankamen.
Das Wetter spielte insofern mit, dass es nicht regnete, sondern die Sonne schien. Allerdings hat sie wirklich ihr Bestes gegeben. Sie war überall. Und zwar wirklich überall. Schatten? Quasi nicht vorhanden. Also habe ich mich halbstündlich in Sonnencreme „gebadet“ und bin von schlimmen Sonnenbränden verschont geblieben. Habe inzwischen gehört, dass Leute sich da Verbrennungen 2. Grades zugezogen haben, aber dafür ist ja nun mal jeder selbst verantwortlich. Was nicht so schön war: auch bei über 30 Grad im Schatten kostete das Wasser 2,50. Das wurde in Pfandflaschen (0,5 L) ausgehändigt, was irgendwie unlogisch war, da man am Eingang alle „Wurfgeschosse“ abgeben musste und sie dann dort für eine Wertmarke kaufen konnte… Einen Toilettenwagen mit Leitungswasser, wie beim ersten Mal, gab es leider nicht. Irgendwann zapften Leute jedoch einen Wasserschlauch hinter einem Essensstand an und es gab endlich Wasser für die, die kein Geld mehr hatten oder sich einfach nur mal was ins Gesicht kippen wollten. Blöd auch, dass man das Pfand der Wasserflaschen natürlich nicht wiederbekam und so überall Flaschen rumlagen.

Wir haben also in der Sonne gebrutzelt und auf Alexisonfire gewartet. Die kamen dann auch pünktlich um halb 2 und haben eine gute Show abgeliefert, wenn auch viel zu kurz. Eine halbe Stunde war leider nur vorgesehen. Sie fingen mit dem Titelsong des aktuellen Albums an (Young Cardinals) und beendeten ihren Gig mit This could be anywhere in the world, einem meiner Lieblingslieder. Hätten sie noch Happiness by the kilowatt gespielt, wie damals in Köln, dann wäre es perfekt gewesen, aber leider blieb dafür keine Zeit mehr.
Jetzt hatten wir erstmal eine etwas längere Durststrecke (im wahrsten Sinne des Wortes, bei der Hitze…) vor uns, denn A Day To Remember sollten erst um 17:20 die Bühne entern. Man erkundigte also mehr oder weniger das Festivalgelände und ich holte mir einen monströs großen veganen Döner, an dem ich eine halbe Stunde futterte, weil er schier endlos, aber waaahnsinnig lecker war (und noch dazu größer war als ein normaler Döner, der sogar 5 Euro gekostet hätte, tihi).
Irgendwann wurde es dann Nachmittag, die Sonne ballerte noch wärmer und aggressiver als am Mittag und A Day To Remember kamen. Es schien, als wären alle Menschen nur wegen ihnen gekommen (ich ja schließlich auch), denn es brach quasi die Hölle los, als sie ihren Auftritt mit The Downfall of us all begannen. Schon nach dem ersten Lied wurden heulende und verletzte Mädchen aus den vorderen Reihen abtransportiert. Gerüchte sagen, es hätte sich im Gedränge sogar jemand den Arm gebrochen… Und diese Energie hielt den ganzen Auftritt durch. Was die Freude trübte, war der Sound. Zu laute Gitarren, Gesang zu leise und einfach nur Brei. Bei Alexisonfire war es schon ähnlich, aber nicht ganz so schlimm gewesen. Die 5 Jungs aus Florida legten echt eine saugute Show hin und ich war von mir selber enttäuscht, dass ich sie mir nicht schon vor ein paar Wochen in Bielefeld angeguckt habe. In Münster hätten sie allerdings definitiv einen der späteren und somit auch längeren Headliner-Slots haben können., so spielten sie nur 35 Minuten (obwohl 40 vorgesehen waren).
Nach dem Gig kaufte ich mir erstmal ein T-Shirt von ADTR. Das kostete leider 20 Euro (nicht wie bei den meisten Konzerten 15), aber ich hatte eh kaum noch Geld, weil ich ja, bevor die Wasserstelle entdeckt wurde, alles für Wasser ausgegeben hatte.
Wir guckten uns dann noch ganz in Ruhe und von der Seite Hot Water Music an. Die haben es auch immer noch drauf, allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Jungs bei den ganzen Hardcore-Menschen da nicht so gut ankamen. Mir ist dann aufgefallen, dass der Bandname prinzipiell ein gutes Motto für das Festival hätte sein können, haha.
Um 20 Uhr sollte eine Signing-Session mit Alexisonfire stattfinden und ich hätte echt gerne noch ein Foto mit Dallas und den anderen Nasen gemacht, aber die Schlange vor dem Zelt versprach ewige Wartezeiten. Also freue ich mich über mein Foto mit Dallas Green von damals, denn Meet & Greet kann ja jeder. Selber treffen ist die Devise! Aber ich hätte ihn trotzdem gerne noch mal gesehen. Er ist so toll. Schmacht <3
Zu guter letzt spielten Nofx, die ja schon alte Hasen sind. Sie waren ganz gut, haben aber für meinen Geschmack zwischen den Songs zu viel gequatscht. Wir haben dann bei der Hälfte des Auftritts das Gelände so langsam verlassen und sind mit den letzten Nofx-Klängen im Ohr zum Bahnhof gelaufen.
Fazit: Es war verdammt heiß und hat sich im Endeffekt für eine halbe Stunde Alexisonfire, 35 Minuten A Day To Remember und ein bisschen Hot Water Music preislich nicht so wirklich gelohnt (zumindest wenn man hinterher alles mal zusammenrechnet). Aber ein Erlebnis war es trotzdem – und Spaß gemacht hat es ja auch. Außerdem habe ich jetzt ein pinkes Festivalbändchen. Ob wir allerdings noch ein Vainstream mitmachen ist mehr als ungewiss. Vielleicht wenn es mal grüne Bändchen gibt. Nicht.
Und an den Typen, der mich angegrapscht hat: Nein, ich war nicht wegen Lady Gaga da. Kauf dir ne Brille!